Hadassah

Das Hadassah-Krankenhaus in Jerusalem hat eigene Betreuungskonzepte für Holocaustüberlebende bei stationären klinischen Aufenthalten. Aufgrund der traumatischen Erfahrungen sind Krankenhausaufenthalte für diese Menschen psychologisch oft besonders schwierig. Sie brauchen deshalb besondere Zuwendung und Begleitung.


Das Hadassah Medical Center hat es sich zur Aufgabe gemacht, sein Augenmerk auch auf eine ganz spezielle Bevölkerungsgruppe zu richten – die Überlebenden des Holocaust. In großangelegten Studien wurden am Hadassah Medical Center die ganz spezifischen Patientenbedürfnisse der Holocaust-Überlebenden erforscht.

In einer bahnbrechenden Studie der psycho-onkologischen Abteilung des Sharett Instituts für Onkologie in der Hadassah-Klinik Mount Scopus wurde herausgefunden, dass Holocaust-Überlebende ein 2,4-fach erhöhtes Risiko aufweisen, an Krebs zu erkranken als ihre Altergenossen. Frauen aus dieser Gruppe erkranken nachweislich 1,5 Mal häufiger an Brustkrebs. Insgesamt wurde bei 6,4 Prozent aller Holocaust-Überlebenden, d.h. bei 24.300 Personen, Krebs diagnostiziert.

Das Hadassah Medical Center beabsichtigt, in seinem neu errichteten Klinik-Bau, dem Sarah Wetsman Davidson Tower auf dem Klinik-Areal in Ein Kerem, am dortigen Institut für Innere Medizin ein eigenes Zentrum für an Krebs erkrankte Holocaust-Überlebende einzurichten. Als weltweit erste Einrichtung soll dort künftig auf die spezifischen – vor allem auch psychischen – Bedürfnisse der oft schwerst-traumatisierten Patienten eingegangen werden. Mithilfe von Vorträgen, Workshops und Gruppentherapien soll dort ein Bewusstsein für den Umgang mit diesen Patienten geschaffen sowie eine Bandbreite an psychologischen Behandlungen angeboten werden, die einen wichtigen Beitrag zur Steigerung der Lebensqualität der Überlebenden sowie auch ihrer Angehörigen leisten.

Website: www.hadassah.de