Helping Hand Coalition

Die Helping Hand Coalition unterstützt in besonderer Weise die „Ärmsten der Armen“ der Holocaustüberlebenden, die aus den GUS-Staaten nach Israel eingewandert sind, mit Lebensmitteln, Kleidung, finanzieller Unterstützung sowie kulturellen und sozialen Angeboten.



In einer ersten Phase der Hilfeleistung ab dem Jahr 2006 lag der Schwerpunkt der Arbeit auf der materiellen Versorgung der „Härtefälle“, der ärmsten 5.000, unter den damals ca. 80.000 bedürftigen Holocaustüberlebenden in Israel. Patenschaften wurden eingerichtet, Essensversorgung, finanzielle Nothilfe z.B. für Medikamente, Kleiderspenden etc.


Holocaustüberlebende in Warm Houses
Im Laufe der Jahre kamen weitere Maßnahmen hinzu: Die Einrichtung von Nachbarschaftstreffen von Überlebenden in Zusammenarbeit mit den kommunalen Behörden, das Ausrichten von kulturellen Veranstaltungen regionaler Art und besondere Zuwendungen zu den jüdischen Feier- und Festtagen, um nur einige Beispiele zu nennen. 

Auf diese Weise ist es vielen bedürftigen Holocaustüberlebenden möglich geworden, aus dem Teufelskreis von Armut, Einsamkeit und Depression auszubrechen, ohne ihre bei aller Armut oft geliebten eigenen vier Wände und damit ihr nachbarschaftliches Sozialgefüge verlassen zu müssen.

Der Erfolg dieser Arbeit ist neben der finanziellen Unterstützung aus Deutschland und aus anderen Ländern in besonderer Weise auch der vernetzten Arbeitsweise der Helping Hand Coalition mit Regierungs- und Kommunalbehörden sowie mit den diversen Verbänden der Holocaustüberlebenden in Israel zu verdanken.



Die Helping Hand Coalition unterstützt Holocaustüberlebende mit verschiedenen Projekten:

Essensgutscheine: Rund 80 000 Holocaustüberlebende in Israel leben an, einige auch unter der Armutsgrenze. Ihnen wird mit Essensgutscheinen geholfen, wodurch sie auch mehr Geld für notwendige medizinische Versorgung zur Verfügung haben.

Warm Houses: In den „Warm Houses“ erleben Holocaustüberlebende Gemeinschaft mit Mahlzeiten und sozialer Betreuung.

Essensverteilung: An verschiedenen Orten in Israel finden Einsätze zum Verteilen von Essen für bedürftige Holocaustüberlebende mit Hausbesuchen statt.

Decken und Wärmegeräte für Holocaustüberlebende: Alters- und krankheitsbedingt sind viele Holocaustüberlebende in besonderer Weise darauf angewiesen, dass sie nicht unter Kälte leiden. 

Website: www.hhcoalition.com 

Bericht von Mirijam Schmidt, die 2013 als Volontärin bei der Helping Hand Coalition mitgearbeitet hat:

Knapp 200 Holocaust-Überlebende und ältere Menschen in Nazareth-Illith, die unterhalb der Armutsgrenze leben, erreichen jeden Freitagmorgen Essenspakete, die von freiwilligen Helfern verteilt werden. David, ein ehemaliger Polizist, der das Essen jeden Freitag zu den Ärmsten der Armen ausfährt, erzählt: „Einige dieser Menschen, denen wir helfen, habe ich noch nie zu Gesicht bekommen, da sie sich ihrer Armut schämen und wir das Essen nur vor der Tür abstellen können und dann zum nächsten Haushalt weiterfahren.“

Ayla, eine Koordinatorin des Projekts, gibt Einblicke in die Arbeit: „Wenn jeden Freitagmorgen die freiwilligen Helfer kommen, um die Essenspakete zu packen und mitzunehmen, wissen wir, dass wir zwar nur einen winzigen Teil der Armut bekämpfen, die hier vor allem im Norden Israels herrscht, aber wir wissen auch, dass wir zumindest Hoffnung weitergeben können. Viele Haushalte, zu denen wir das Essen liefern, besitzen nicht mal einen Ofen, einen Herd oder eine Mikrowelle, um das Essen zu erwärmen.“ Weiter berichtet Ayla, dass aufgrund dessen die meisten älteren Menschen das Essen kalt verzehren. „Wir müssen das Essen gefroren liefern, da dadurch die Haltbarkeit des Essens verlängert wird.“

 Bemerkenswert ist auch die Tatsache, dass die freiwilligen Helfer oft selbst nicht eine ausreichende finanzielle Versorgung haben. „Das Herz dieses Projektes ist die Hingabe unseres Teams, die treu jeden Freitagmorgen das Essen ausfahren. Ohne sie wäre es schwierig dieses Projekt umzusetzen“, so Ayla.